- Kunde
- Ferienhäuser Minkner, Familie Minkner
- Branche
- Ferienvermietung, zwei Häuser in der Altstadt
- Ort
- Lübbenau im Spreewald
- Ergebnis
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Auf der alten Seite stand ein Satz, der freundlich gemeint war und trotzdem Buchungen gekostet hat: „Richten Sie Ihre Anfragen bitte an: Viola Minkner, Winkelgasse 2 …" — mit Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Wer abends um halb elf ein Wochenende im Spreewald plant, schreibt keine E-Mail. Er bucht dort, wo er sofort buchen kann.
Die Familie Minkner vermietet zwei Ferienhäuser direkt hinter der Nikolaikirche in Lübbenau: „Kastanienbaum" mit 55 Quadratmetern für bis zu fünf Personen und „Gartenteich" mit 40 Quadratmetern für bis zu drei. Beides ganze Häuser mit eigenem Eingang, eigener Küche und Terrasse — genau das, wonach viele Gäste suchen. Die Website hat es nur nicht erzählt.
Die Ausgangslage
Die Seite war handwerklich nicht schlecht gemacht, nur eben aus einer anderen Zeit. Alles stand in einer schmalen linken Spalte, die Bilder waren so klein, dass man von den Häusern nichts erkannte, und Text in Kapitälchen liest sich ab dem dritten Satz mühsam.
Was konkret nicht funktioniert hat
- Keine Buchung, nur Anfrage. Der Weg endete bei Telefonnummer und E-Mail. Jede Anfrage bedeutete Hin und Her, jede Antwortzeit war ein Risiko — in der Zeit bucht der Gast woanders.
- Der Belegungsplan gehörte einem anderen. Die Kalender kamen als Widget von einem Buchungsportal. Wer klickte, landete dort — und eine Buchung über das Portal kostet Provision, obwohl der Gast schon auf der eigenen Seite war.
- Preise, die man erst nachrechnen musste. Für die erste Nacht wurde ein höherer Preis verlangt als für die folgenden. Gemeint war die Endreinigung; verstanden hat es niemand, und in einer Preisübersicht sieht so etwas nach Aufschlag aus.
- Die Häuser waren nicht zu sehen. Zwei kleine Fotos pro Haus, dazu Eckdaten in Stichworten. Bei Ferienunterkünften entscheidet das Bild — es war schlicht zu klein, um zu wirken.
- Nichts für das Handy. Feste Spaltenbreite, winzige Schrift, Kalender-Widgets in Briefmarkengröße.
- Riesige leere Fläche. Über die Hälfte des Bildschirms trug nur Hintergrundverlauf. Der Platz, an dem die Häuser hätten stehen können.
Wie wir es gelöst haben
1. Die Buchung steht oben, nicht unten
Im Hero liegt ein Foto vom Marktplatz mit der Nikolaikirche — dem Ort, an dem die Häuser tatsächlich stehen. Direkt darunter, ohne Scrollen erreichbar, eine Leiste mit Anreise, Abreise, Personenzahl und einem Buchen-Knopf. Wer die Seite öffnet, kann sofort loslegen.
2. Ein eigener Belegungskalender mit Tagespreisen
Das Portal-Widget ist verschwunden. An seiner Stelle steht ein eigener Kalender, in dem jeder Tag seinen echten Preis trägt und freie von belegten Nächten unterscheidbar sind. Er gehört der Vermietung, wird in der eigenen Verwaltung gepflegt und führt zur Buchung auf derselben Seite — ohne Provision.
3. Das Preismodell verständlich gemacht
Der Aufschlag auf die erste Nacht ist aufgelöst worden. Was tatsächlich gemeint war — die Endreinigung — steht jetzt als eigener Posten in der Rechnung. Der Endbetrag bleibt derselbe, aber im Kalender steht an jedem Tag der echte Nachtpreis. Das ist nicht nur ehrlicher, sondern auch die Voraussetzung dafür, die Preise später an ein Kanal-Management zu übergeben: Tageskalender dort kennen keinen Anreisezuschlag.
Ein Preis, den der Gast im Kopf nachrechnen muss, ist ein Preis, über den er nachdenkt. Nachdenken ist der Feind der Buchung.
4. Zwei Häuser, zwei eigene Seiten
„Kastanienbaum" und „Gartenteich" haben je eine eigene Seite mit Größe, Belegung, Ausstattung, Bildern und dem eigenen Kalender. Dazu kommen Seiten für Lage & Anreise und für Ausflugsziele — Kahnfahrt, Schloss, Radwege —, denn danach wird bei der Reiseplanung mindestens so oft gesucht wie nach der Unterkunft selbst.
5. Eine Verwaltung, die der Familie gehört
Hinter der Seite liegt ein Verwaltungsbereich für Häuser, Preise, Belegung und Buchungen. Die Datenstruktur folgt bewusst der Schnittstelle eines gängigen Kanal-Managers: Preise und Belegung lassen sich dorthin senden, Portalbuchungen von dort abholen. Der Anschluss ist vorbereitet und abschaltbar — im Auslieferungszustand läuft alles im eigenen Haus, und es kann später ohne Umbau dazukommen.
6. Ruhiges Design statt Verlauf
Statt des orangefarbenen Verlaufs arbeitet die Seite mit einem zurückhaltenden Farbpaar aus gedämpftem Flieder und Petrol, viel Weißraum und großen Bildern. Die Schriften sind lokal eingebunden. Das Ergebnis wirkt weniger nach Privatvermietung von 2008 und mehr nach dem, was die Häuser tatsächlich sind: zwei gepflegte Altstadthäuser mit eigenem Eingang.
Vorher und nachher im Direktvergleich
| Vorher | Nachher |
|---|---|
| Anfrage per Telefon und E-Mail | Direktbuchung auf der eigenen Seite |
| Kalender-Widget eines Portals | Eigener Kalender mit Tagespreisen |
| Aufschlag auf die erste Nacht | Echter Nachtpreis plus ausgewiesene Endreinigung |
| Briefmarkengroße Fotos | Große Bilder, eigene Seite je Haus |
| Halber Bildschirm leer | Vollbild-Hero mit Buchungsleiste |
| Auf dem Handy kaum bedienbar | Mobil zuerst gebaut |
| Keine Verwaltung | Eigenes Backend, Kanal-Manager vorbereitet |
Das Projekt in der Übersicht Ferienhäuser Minkner steht mit allen Eckdaten auf unserer Referenzenseite. Die Seite liegt derzeit unter einer Vorschau-Adresse; der Umzug auf die eigene Domain steht noch aus.
Was andere Vermieter daraus mitnehmen können
- Ein Portal-Widget ist kein Buchungssystem. Es zeigt Ihre Belegung und schickt Ihre Gäste weg.
- Die Buchung gehört über die Bildschirmkante. Nicht ans Seitenende, nicht hinter „Kontakt".
- Preise ohne Rechenaufgabe. Zuschläge, die niemand versteht, wirken wie versteckte Kosten.
- Bilder groß, Text kurz. Bei Unterkünften entscheidet das Auge in wenigen Sekunden.
Wie ein Buchungssystem für kleine Betriebe sinnvoll aufgebaut ist, steht in Vom Anruf zur Online-Buchung und auf unserer Seite zum Buchungssystem.