- Kunde
- Autohaus Krüger GmbH & Co. KG
- Branche
- Renault- & Dacia-Vertragshändler mit Meisterwerkstatt
- Ort
- Lübbenau im Spreewald
- Ergebnis
- krueger-renault.de →
Auf der alten Website des Autohaus Krüger stand ein Satz, der das ganze Problem zusammenfasst: „um zur Renault Seite zu gelangen auf den gelben Button doppelklicken". Der Button war grau. Und doppelklicken muss man im Internet seit dreißig Jahren nicht mehr.
Das Autohaus Krüger verkauft seit 1977 Renault und Dacia in Lübbenau und betreibt eine Meisterwerkstatt. Ein Betrieb mit Geschichte, festem Kundenstamm und einem Servicebereich, der jeden Tag ausgelastet ist. Die Website hat davon nichts erzählt.
Die Ausgangslage
Der erste Eindruck war ein Layout aus der Frühzeit des Webs: eine schmale Inhaltsspalte, in die ein Hintergrundbild mit Fahrzeugen hineinschaut. Auf einem normalen Laptop blieb rund die Hälfte der Bildschirmbreite ungenutzt — und genau dort, wo Besucher zuerst hinschauen, stand nichts.
Die Konditionen — Zinssatz, Finanzierung, Leasing — standen in gelber, fetter Serifenschrift auf dunklem Grund. Das ist nicht nur eine Geschmacksfrage: Solche Farbkombinationen fallen bei Kontrastprüfungen durch, und wer bei Sonnenlicht auf dem Handy liest, sieht davon wenig.
Was konkret nicht funktioniert hat
- Kein einziger klarer nächster Schritt. Es gab keinen Button „Termin vereinbaren", kein Formular, keine Fahrzeugliste. Wer etwas wollte, musste die Telefonnummer aus der Seitenspalte abtippen.
- Die Navigation folgte der Firmenlogik, nicht der Kundenfrage. „Home, Behindertenrabatt, Lagerwagen, Renault, Dacia, Über uns, Datenschutz, Kontakt" — dazwischen stand das Rechtliche gleichberechtigt neben dem Angebot. Wer ein Familienauto suchte, wusste nicht, wo er klicken soll.
- Bedienhinweise statt Bedienbarkeit. Wenn eine Website erklären muss, wie man sie anklickt, ist die Seite das Problem — nicht der Besucher.
- Nichts für das Handy. Das feste Spaltenlayout ließ sich auf einem Smartphone nur durch Zoomen und Schieben lesen. Über 70 % der Besucher kommen inzwischen vom Handy — warum das den Ausschlag gibt, haben wir separat aufgeschrieben.
- Wichtige Informationen versteckt. Öffnungszeiten für Verkauf und Service standen als Fließtext in einer Randspalte, unter einer Faxnummer. Genau danach suchen Autohaus-Besucher aber zuerst.
- Kein Werkstatt-Auftritt. Der zweite Standbein des Betriebs — Inspektion, HU, Reifen, Klima — kam auf der Website praktisch nicht vor.
Wie wir es gelöst haben
Wir haben die Seite nicht „aufgehübscht", sondern von der Frage her neu gebaut, mit der Menschen ein Autohaus aufrufen. Die sind überschaubar: Was habt ihr da? Was kostet der Service? Wann habt ihr auf? Und: Wie werde ich jemanden los, der mir hilft?
1. Der Hero zeigt das Autohaus, nicht ein Bilddatenbank-Auto
Ganz oben steht jetzt ein Foto des Standorts mit der Renault-Fassade, darüber „Renault & Dacia in Lübbenau" und die Einordnung „Vertragshändler & Meisterwerkstatt seit 1977". Direkt darunter zwei Schaltflächen: Fahrzeuge ansehen und Termin anfragen. In der Kopfzeile steht dauerhaft ein gelber Anrufen-Knopf — auf dem Handy ein Fingertipp bis zum Gespräch.
2. Fahrzeugwelten statt Markenlisten
Statt zwei Menüpunkten „Renault" und „Dacia" sortiert die Seite das Angebot danach, wofür ein Auto gebraucht wird: Stadt & Kompakt, SUV & Crossover, Familie & Raum, Elektro (E-Tech) und Gewerbe & Transport. Wer pendelt, klickt auf Stadt & Kompakt und sieht Twingo, Clio, Renault 5 und Dacia Sandero nebeneinander — markenübergreifend, so wie er auch denkt.
Der aktuelle Fahrzeugbestand liegt weiterhin bei AutoScout24 und ist von dort verlinkt. Das war eine bewusste Entscheidung: Ein zweites Pflegesystem für Bestandsfahrzeuge hätte Arbeit erzeugt, ohne einen Vorteil zu bringen.
3. Die Werkstatt bekommt eine eigene Bühne
Der Servicebereich hat jetzt einen eigenen Abschnitt und ein Formular, in dem der Anlass direkt ausgewählt wird — Inspektion, HU/AU, Reifenservice, Klimaservice oder Unfallinstandsetzung. Dazu Wunschtermin und Fahrzeugdaten. Das ersetzt keine Telefonzentrale, aber es nimmt sie aus dem Feierabend heraus: Anfragen kommen auch um 21 Uhr rein, vollständig, und lassen sich am nächsten Morgen abarbeiten.
Ein Kontaktformular mit einem Feld „Ihre Nachricht" erzeugt Rückfragen. Ein Formular, das nach Anlass, Fahrzeug und Wunschtermin fragt, erzeugt Termine.
4. Menschen statt Firmierung
Im Kontaktbereich stehen die Ansprechpartner mit Namen — Michael Krüger, Steffen Krüger und Mario Eifert — statt einer allgemeinen info@-Adresse. In einem Ort wie Lübbenau ist das kein Detail, sondern der eigentliche Wettbewerbsvorteil gegenüber den großen Häusern in Cottbus.
5. Rechtliches sauber, aber nicht im Weg
Die Standortkarte lädt erst nach Einwilligung, das Cookie-Banner unterscheidet zwischen technisch notwendig und externen Inhalten, Impressum und Datenschutzerklärung liegen im Fuß statt in der Hauptnavigation. Was 2026 Pflicht ist, haben wir in den DSGVO-Pflichten für Websites zusammengefasst.
Vorher und nachher im Direktvergleich
| Vorher | Nachher |
|---|---|
| Schmale Textspalte, halber Bildschirm ungenutzt | Vollbild-Hero mit Standortfoto |
| Gelbe Serifenschrift auf Dunkelgrau | Geprüfte Kontraste, klare Typohierarchie |
| „Auf den Button doppelklicken" | Ein Klick, überall |
| Keine Handlungsaufforderung | Anrufen, Fahrzeuge ansehen, Termin anfragen |
| Marken als Menüpunkte | Fünf Fahrzeugwelten nach Nutzungszweck |
| Werkstatt kam nicht vor | Eigener Bereich mit Serviceauswahl im Formular |
| Nur am Desktop bedienbar | Mobile-first, Anrufen-Knopf dauerhaft sichtbar |
Das Projekt in der Übersicht Autohaus Krüger steht mit allen Eckdaten auf unserer Referenzenseite — zusammen mit fünf weiteren Kundenprojekten und acht Demo-Vorlagen.
Was andere Betriebe daraus mitnehmen können
Der Fall ist typisch für Betriebe, deren Website vor zehn oder fünfzehn Jahren einmal gebaut und seitdem nur noch inhaltlich gepflegt wurde. Sie ist nicht kaputt — sie ist bloß auf dem Stand einer Zeit, in der niemand mit dem Telefon Autos gesucht hat. Drei Dinge lassen sich fast immer übertragen:
- Sortieren Sie nach Kundenfrage, nicht nach Firmenstruktur. Ihre Besucher kennen Ihre Abteilungen nicht.
- Jede Seite braucht einen nächsten Schritt. Anrufen, Termin anfragen, Angebot anfordern — sichtbar, ohne Scrollen.
- Wenn Sie erklären müssen, wie die Seite bedient wird, ist die Seite das Problem.
Was ein solcher Rückstand tatsächlich kostet, haben wir in Was kostet eine schlechte Website wirklich? durchgerechnet.